Projekt Minicamper

Ein neues Reisemobil für die Wanderpfötchen

So sehr ich meinen treuen Dacia Duster auch mochte, spätestens seit Joy da ist, reicht der Platz nicht mehr wirklich aus. Wenn es zum Campen ging war das Auto bis oben hin voll. Und eine zweite Person hatte nicht einmal mehr Platz.

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Warum ein Minicamper?

Ich liebe Zelten, aber da doch einige Veranstaltungen wie manche Dogtrekkings oder vor allem die Rennen im Herbst/Winter stattfinden, wird´s schnell etwas frisch. Bei unserem ersten Rennen in Lauf hatte ich eine ganz gute Zwischenlösung gefunden um auf der Rücksitzbank im SUV zu schlafen, aber bequem oder vor allem flexibel ist was anderes. Also hatte ich schon seit einigen Monaten nach einer anderen Lösung gesucht. Als ich dann auf den tollen Youtube-Kanal von Rene Kreher gestoßen bin, war ich total angefixt vom Dacia Dokker. Das man so viel aus einem Hochdachkombi machen kann, war mir bis dahin noch nicht klar. Für mich bietet so ein Auto die perfekte Zwischenlösung aus  praktischem und sparsamen Alltagsauto und Camper.

Also ging es kurz vor Weihnachten zum Dacia-Händler meines Vertrauens und im Februar 2019 sollte mein Dokker dann einziehen.

Bis dahin schaute ich unzählige  Youtube-Videos und Blogbeiträge an und fand tolle Gruppen zum Thema Minicamper bei Facebook. Dabei tüftelte ich an meinem ganz persönlichen Plan zum Ausbau.

Anfang Februar war es dann endlich soweit und ich konnte meinen Dokker abholen 🙂

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Die Bodenplatte

Gleich als erstes ging es an die Bodenplatte. Hier hatte ich lange hin und her überlegt und mich letztendlich für OSB-Platten entschieden. Zwei große Platten reichten perfekt für die Grundfläche aus. Um die Platte genau anpassen zu können, habe ich erst einmal eine Schablone angefertigt. Zum Glück hatte ich im Baumarkt ganz nette Angestellte, die mir große Kartons zur Verfügung gestellt haben 🙂 So eine Schablone hat einfach den Vorteil, dass man hin und her probieren kann, solange bis alles passt. Denn rein durch Ausmessen ist es fast unmöglich die kleinen Ecken richtig anzupassen.

Danach war es eigentlich ziemlich einfach die OSB-Platten mit der Stichsäge zurecht zu schneiden. Da ich noch eine nette Hilfe zur Seite hatte, war es umso einfacher 🙂

Die meisten Gedanken musste ich mir bei der Frage machen: Wie bekomme ich eine ebene Fläche hin? Denn dort wo ursprünglich die Rücksitzbank war, gab es natürlich den Fußraum und seitlich den Einstieg. Das macht teilweise einen Unterschied von 20 cm aus. Ich habe mich dann dafür entschieden, aus OSB kleine Platten in den Fußraum zu legen und die Höhe durch Kanthölzer auszugleichen. Alles schön verschraubt und man erhält eine wirklich stabile ebene Fläche.

Zur besseren Optik und einfacheren Pflege wurde die Bodenlatte noch mit Vinyl-Bodenbelag beklebt.

Scheibenverdunklung

Zum Schutz vor Sonne und neugierigen Blicken (vor allem für die Hunde) wollte ich noch unbedingt die Scheiben verdunkeln. In der Dokker-Facebookgruppe bin ich dann auf den Tipp gestoßen das selber zu machen. Gesagt, getan! Da ich die Folien für um die 30 € erworben habe und die Verdunklung beim Händler mind. 350 € gekostet hätte, war es mir einen Versuch auf jeden Fall wert. Und tatsächlich, in 1-2 Stunden war alles erledigt. Ich bin super zufrieden. Mit der 95% Tönung kann man super raussehen, aber man kann fast nicht mehr ins Auto schauen. Außerdem bleibt es im Sommer richtig schön kühl im Auto.

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Geschützt vor neugierigen Blicken und Sonne 🙂

Um unterwegs auch mal ausschlafen zu können und mich vor neugierigen Blicken zu schützen, kommen natürlich auch noch Vorhänge in den Minicamper. Dafür habe ich einfache Vorhangstangen über den Fenstern angebracht. Die anfangs mitgelieferten Klebestreifen hielten nicht lange. Daraufhin habe ich mir Powerstrips von Tesa besorgt. Diese halten nun schon seit Monaten trotz Kälte und Hitze. Die Vorhänge lassen sich leicht zuziehen und während der Fahrt werden sie mit einfachen Haargummis zusammen gehalten. Ich wollte auch zwischen Vordersitzen und dem Rest einen großen Vorhang anbringen. Das hat sich allerdings als unpraktisch herausgestellt, da ich den Vorderraum ja für mein ganzes Gepäck nutze. Aus diesem Grund habe ich für die Windschutzscheibe und die Fahrer-/ Beifahrerseite Thermoabdeckungen von Zooom gekauft. Diese erweisen sich vor allem im Sommer als sehr sehr nützlich. Wenn die Seitentüre offen steht, bleibt es auch im Hochsommer angenehm kühl im Auto.

Die Standheizung

Um wirklich flexibel sein zu können und eben auch mal in den kälteren Nächten bequem im Auto schlafen zu können, wollte ich unbedingt eine Standheizung haben. Ich habe mich für die Webasto Air Top 2000 STC in der Campingvariante (für höhere Lagen geeignet, besonders wichtig also für die Berge) entschieden. Diese Heizung verbraucht sehr wenig Strom, weshalb man sie lange laufen lassen kann ohne eine extra Batterie zu benötigen. Über das Bedienelement mit digitaler Anzeige kann ich ganz bequem eine gewisse Temperatur einstellen und die Heizung läuft so lange, bis diese erreicht ist und schaltet sich dann wieder ab.

Lange habe ich überlegt wo die Heizung verbaut werden soll. Eigentlich wollte ich sie außerhalb einbauen. Im Nachhinein hat sich dann aber herausgestellt, dass mein Dokker ein neues Modell ist und dort der Unterboden so  verbaut ist, dass die Heizung samt Schutzkasten dort keinen Platz hat. Also haben wir sie im Innenraum unter der Bodenkonstruktion verbaut. Um nachts ruhig schlafen zu können, habe ich auch einen Schalldämpfer verbaut.

Es war eine ziemliche Fummelei bis alles gepasst hat, aber die Heizung hat im Endeffekt super unter die Bodenplatte gepasst. Am Luftauslass habe ich mittlerweile einen drehbaren Auslasser, der sich sogar zuklappen lässt, damit im Alltag kein Schmutz in den Schlauch fallen kann. Die Heizung hat mir in kanpp einem Jahr schon super Dienste geleistet und ich möchte sie nicht mehr missen.

Die Markise

Ich wollte bewusst kein Kochelement im Inneren des Campers. Da wir aber auch bei schlechtem Wetter unterwegs sind, musste eine Markise her. Viel Auswahl gibt es dort gar nicht. Aber die bekannten Marken waren mir alle zu teuer. Bis ich glücklicherweise auf Gordigear gestoßen bin. Die australische Marke hat viele Produkte mit einem geniales Preis-Leistungs-Verhältnis im Angebot. Die 2 m Markise hat in etwa 230 € gekostet. Die Markise muss per Hand aufgewickelt werden. Nach etwas Übung kann ich die Markise aber ohne Probleme alleine in einigen Sekunden auf- und abbauen. Ich habe schon 1 Woche gecampt, wo ich die Markise jeden Tag auf- und abgebaut habe. Das war gar kein Problem. Sie hat mittlerweile auch schon einige Gewitter und Starkregen überlebt. Sie ist komplett dicht, weshalb man ohne weiteres bei Regen drunter sitzen, kochen und essen kann. Das Schöne: Zur Markise gibt es weitere Zubehörteile. Ich überlege mir mit der Zeit noch das passende Vorzelt dazu zu kaufen.

Die Hundeboxen

Prio 1 hatten für mich die Hundeboxen. Mir ist es wichtig, dass meine Hunde sich wohl fühlen und vor allem sicher unterwegs sind. Meine Wahl viel auf Osswald-Tec. Die Boxen werden aus einem speziellen Kunsstoff gefertigt. Sie sind dadurch leicht, komplett dicht und splittern nicht im Falle eines Unfalls. Die Boxen bilden gleichzeitig mein Bett. Weshalb ich die Boxen vom Hersteller mit einem extra Alurahmen verstärken ließ.

Die Maße wurden möglichst großzügig gewählt, damit die Hunde drinnen auf stehen und sich bequem umdrehen können. Meine Hunde verbringen einige Zeit in den Boxen, da sollen sie sich auch wohl fühlen. Die Breite ist so gewählt, dass ich im Alltag bequem 1-2 Fahrräder oder Scooter vertauen kann. Zusätzlich haben die Boxen einen kleinen Rand. So kann ich im Alltag viele Sachen verstauen. Dazu habe ich mir bei Ikea (mittlerweile 2) Stoffboxen mit Reißverschluss gekauft. Darin habe ich sämtliche Geschirre, Leinen und mein ganzes Fahrradzubehör wie Helme, Handschuhe, Lampen etc. dabei.

Das Bett

Wie beschrieben, sind die Boxen extra so gebaut, dass ich drauf liegen kann. Als Matratze habe ich eine klassische Klappmatratze (Gästematratze) gewählt. Diese ist 1,90 m lang, also super bequem zu liegen, wenn man wie ich um die 1,72 m groß ist. Der Vorteil an der Klappmatratze: Während der Fahrt kann ich sie einfach zusammen klappen und habe auf den Boxen genug Stauraum für das restliche Gepäck. Ich liebe es in meinem Minicamper so zu schlafen. Ich finde es super bequem und kuschelig 🙂

Da im Urlaub auch mein Freund dabei ist, musste eine Lösung für 2 Schlafplätze her. Ich habe die Boxen also so gewählt, dass am Boden genau noch eine zweite Klappmatratze hinpasst. Nachts wird also der Boden mit der Matratze belegt und so waren wir mit 2 Personen und 3 Hunden schon 10 Tage im Urlaub gemeinsam unterwegs.

Zubehör

Mit der Zeit kommen mir immer neue Ideen, wie ich das Auto optimieren kann. Gerade beim Gepäck wird immer weiter optimiert. Aktuell habe ich meistens eine große Kunststoffbox hinten im Auto stehen. Dort kommen dann alle Essenssachen, Kocher etc. rein. Notfalls (wenn das Wetter extrem schlecht ist) kann ich mit dem Campingkocher auch auf dieser Box im Auto kochen. Ansonsten wird wie gesagt draußen gekocht und gegessen unter der Markise. Es ist sowieso erstaunlich wie viel in dieses Auto passt 🙂 Für meine Zughundetrainerausbildung war ich 1 Woche unterwegs. Dabei hatte ich meine komplette Ausrüstung inkl. Hundezaun, Scooter und Bike. Das Fahrrad habe ich allerdings aus praktischen Gründen auf dem Dach montiert.

Grundsätzlich gehe ich immer mehr dazu über alles in Boxen zu verstauen. Die sind dicht und lassen sich schön stapeln. Evtl. werde ich demnächst noch kleine Regale für den Innenraum bauen. An den hinteren Fenstern ist noch Platz genug für Kleinkram. Außerdem habe ich seit einiger Zeit noch einen Organizer für den Fahrersitz im Einsatz. Da lassen sich die Dinge vertauen, die man sehr oft braucht, wie Schere, Tücher, Plastiktüten etc. Viele Dinge (wie Lampen, Küchenrolle usw.) finden in dem Fach über der Windschutzscheibe Platz. Sind wir zu zweit unterwegs, kommt die Dachbox aufs Dach. Darin hat dann ein Großteil des Gepäcks Platz und drinnen bleibt genug Platz zum Schlafen.

Bisher hat mich der Dokker schon auf viele Veranstaltungen und mehrere Urlaube begleitet. Ich habe zusammen mit den Hunden (und im Sommerurlaub mit meinem Schatz) schon einige Nächte im Minicamper verbracht und ich bin bis heute super zufrieden mit dem Auto und mit meiner Lösung. Im Alltag ist er der Ideale Begleiter für die Hunde und mich, mein Bike kann ich einfach reinstellen, alles hat Platz im Auto. Und wenn ich übers Wochenende wegfahren will, muss nur die Markise montiert werden und das Gepäck eingeräumt werden und schon kann es los gehen!

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