Wandern in Osttirol – Kals am Großglockner und Lienz

2020 ist schon ein verrücktes Jahr. Lange blieb deswegen auch für uns unklar, ob wir überhaupt in den Urlaub fahren oder nicht. Unser letzter Urlaub in Tschechien ist jetzt auch schon wieder ein Jahr her und so waren sowohl mein Freund als auch ich wirklich urlaubsreif. Aber wohin denn nun?

Eine Weile hatte ich überlegt, ich wollte unbedingt in die Berge… Denn unsere letzte richtige Bergtour habe ich im März gemacht, dann kam Corona. Erst ging es deswegen nicht und dann war mir an den Tegernseer Hausbergen einfach zu viel los. Deswegen hatte ich die Idee Urlaub in den Bergen zu verbringen, auch schon wieder fast verworfen. Doch dann fiel mir wieder mein geliebtes Osttirol ein, dass doch noch ein kleiner Geheimtipp ist.  Vor 3 Jahren habe ich dieses schöne Fleckchen Erde lieben gelernt und es gibt dort noch so unendlich viel zu entdecken.

Der Entschluss war also gefasst, dieses Jahr geht es nach Osttirol!

Nationalpark Camping Kals

Ich hatte mir einige Campingplätze vor Ort angesehen, als ich auf den Platz „Nationalpark Camping Kals“ aufmerksam wurde. Die Preise (für die Region üblich) saftig, aber die Lage ein Traum! Also kurzer Hand reserviert und dann ging es am 20. Juli auf nach Kals am Großglockner. Der Campingplatz ist wunderbar ruhig auf 1.450 m auf der Südseite des Großglockners gelegen. Rundherum wirklich nur Berge! Die Inhaber sind sehr herzlich und die Anreise unkompliziert. Neben den Komfortstellplätzen und der Zeltwiese gibt es eine große Wiese für Camper, auf die man sich einfach stellen darf. Es war auch nicht wirklich viel los, trotz Hauptsaison. Die Inhaberin meinte, dass aktuell sehr viel los ist im Vergleich zu den letzten Jahren. Das fand ich dann sehr sympathisch.  Ich habe schon andere Verhältnisse kennengelernt. Auch wenn die Preise im Vergleich hoch sind, ist ansonsten alles inklusive, WLAN, Wasser, Duschen, Kühlschrank etc. Die Sanitäranlagen sind sehr sauber und gepflegt.

Nachdem wir es uns gemütlich gemacht hatten, ging es vom Campingplatz aus los. Man ist sofort auf einem tollen Wanderweg, direkt am Bach entlang. Ideal auch für die Hunde. Von dort aus lassen sich einige Touren sowohl zu Fuß als auch mit dem Rad starten. Wir haben dann einfach einen kleinen Berg bestiegen und die tolle Landschaft genossen und den Abend ausklingen lassen.

Glorer Hütte und Peischlachtörl

Am nächsten Tag ging es auf die erste Tour. Ich hatte mir „Glorer Hütte und Peischlachtörl ab Lucknerhaus“ ausgesucht. Mit 11 km und über 800 hm auch perfekt für meine Wanderbegleitung. Parken kann man am Lucknerhaus, dazu fährt man die Kalser Glocknerstraße rauf. Oben am Parkplatz hat man dann den imposanten Großglockner direkt vor sich. Gezahlt wird hier nach Parkdauer. Der Tarif 3-6 Stunden lag glaube ich bei 7 €. Vom Lucknerhaus aus ging es also jetzt immer Richtung Glorer Hütte.

Die Wege und vor allem die Aussichten einfach traumhaft. Kühe gab es gleich am Anfang, da sie direkt auf dem Weg standen, wollten wir nicht vorbei gehen. Mit einer kurzen Querfeldein- Einlage konnten wir den Kühen aber super ausweichen. Bis zur Hütte ist der Weg einfach zu begehen auf einem schönen schmalen Pfad/Steig. Was mir direkt aufgefallen ist, ist die wunderschöne Blütenpracht.  Hier merkt man, dass man sich in einem Nationalpark befindet und nur sehr wenig Weidewirtschaft betrieben wird, sodass man noch wunderschöne unberührte Almwiesen findet. Und wie es mir von Osttirol bekannt ist, war wieder sehr wenig los, trotz Hauptsaison. Das ist einfach sehr angenehm und nicht zu vergleichen mit dem Tegernsee oder Garmisch beispielsweise.

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Angekommen auf der wunderschönen Glorer Hütte auf 2.642m, hat man einen großartigen Ausblick. Hier lag auch noch etwas Schnee, die Hunde hat´s gefreut und  Joy hatte mit dem jungen Hund der Hütte gleich noch eine Spielkameradin gefunden.

Von der Hütte geht es hinüber zum Peischlachtörl. Ab hier ist Trittsicherheit für Hund und Mensch gefragt. Für mich genau das Richtige. Sobald die grünen Wiesen verschwinden und alles nur noch aus Stein und Geröll besteht, bin ich Feuer und Flamme 😊

Ab hier geht es also über Geröll und größere Felsen. Hier muss man mit dem Hund gut zusammenarbeiten, damit sich keiner vertritt. Genau das mag ich an solchen Stellen auch so sehr. Murmeltiere gab es hier wie Sand am Meer. Alle paar Meter haben sich die Murmeltiere beschwert und ihre Kameraden vor uns gewarnt. Joy liebt ja fast nichts so sehr wie Murmeltiere beobachten 😀

Hat man diesen Teil geschafft, geht es wieder hinab Richtung Lucknerhaus. Wunderschöne Blumenwiesen, Wasserfälle, alles ist geboten. Eine rundum schöne und wirkliche empfehlenswerte Tour.

Figerhorn

Am nächsten Tag hatte ich nach einer kürzeren Tour gesucht, da am Nachmitttag Gewitter zu erwarten waren. Die Wahl fiel auf das Figerhorn. DER Aussichtsgipfel auf den Großglockner. Gestartet wird wieder am Lucknerhaus. Dieses Mal aber auf der anderen Seite im Vergleich zur letzten Tour. Die Tour hat nur knappe 7 km, dafür aber auch etwas über 800 hm. Man sollte es nicht unterschätzen, denn tatsächlich geht es von Anfang an ziemlich steil bergauf und das auf einem einfachen Pfad ohne Steine/Schotter. Wenn es viel regnet, könnte es hier ziemlich rutschig werden. Trotzdem hat man auf dem Weg eine wunderbare Aussicht.

Relativ bald hat man dann auch schon den Gipfel in Sicht. Der Weg führt ab hier über eine Graslandschaft. Wirklich sehr schön und wieder so ganz anders als die vorherige Tour. Hier tummeln sich auch etliche Murmeltiere und einige nette Schafe. Die Hunde und ich lieben es ja Murmeltiere zu beobachten und hier hatten wir sehr viele Gelegenheiten dazu. Ich stand sogar einmal knappe 10 Minuten an einer Stelle und habe zwei junge Murmeltiere beim Spielen beobachtet. Die waren so gar nicht scheu und einfach sehr putzig anzuschauen.

Wenn man oben am Grat ankommt ist, hat man plötzlich eine gigantische Aussicht auf den Großglockner und zu unserer Freude haben wir genau hier, auf um die 2.700 m, Edelweiß entdeckt. Und zwar nicht nur eins, sondern der ganze Hang war voll damit! Einfach herrlich. In so einer Menge habe ich sie wirklich noch nie gesehen.

Ab hier oben ist der Weg dann als schwarz gekennzeichnet. Hier sollte man die letzten Meter zum Gipfel trittsicher und schwindelfrei sein. Joy und ich wären das gerne gegangen, aber aus Rücksicht auf unsere Begleiter haben wir verzichtet. Es war bis hierher auch wunderschön und für den Ausblick hat es sich mehr als gelohnt.

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Für die Aussicht lohnt sich der Aufstieg!

Dabaklamm und Dorfertal

Die Tour ins Dorfertal hat mein Freund entdeckt. Praktischerweise kann man die Tour direkt vom Campingplatz aus starten, das sind nur wenige Kilometer mehr. Zum Einstieg dieser unbeschreiblich tollen Tour geht es durch die Dabaklamm. Ich stehe ja total auf Klammen und finde es immer wieder beeindruckend.

Nach der kleinen Erfrischung in der Klamm geht es in das sogenannte „Tal der Almen“. Tatsächlich geht man hier von Alm zu Alm. Immer wieder ein anderer herrlicher Ausblick. Freilaufende Kühe gab es hier untertags nur sehr wenige. Die, die zu sehen waren, standen hinter Zäunen. In diesem Tal war es auch sehr sehr ruhig. Immer weiter und weiter geht man in das Tal hinein. Die meisten Wanderer gehen nur bis zu einer der Almen. Je weiter man Richtung Dorfer See kommt, desto weniger Menschen sind unterwegs. Nur selten sind wir jemandem begegnet.

Die Landschaft ändert sich alle paar Gehminuten, es war wirklich erstaunlich. Gegen Ende der Tour geht es dann etwas bergauf, auf schmalen Pfaden durch meterhohe Blumen hindurch, immer wieder über kleine Brücken und letztendlich führt der Weg dann in eine atemberaubende Gerölllandschaft.

Ziel der Tour ist der Dorfer See auf 1.935 m. Ein unbeschreiblich schöner Ort. Wir waren dort komplett allein, es war eine faszinierende Stille dort und rundherum die unberührte Natur. Dort ist auch eins meiner absoluten Lieblingsfotos entstanden. Hier haben wir dann einige Zeit die wohlverdiente Pause verbracht und einfach nur genossen.

Zurück geht es dann auf demselben Weg wieder bis zum Campingplatz (oder eben  zum Parkplatz am Eingang des Dorfer Tals). Am späten Nachmittag sind die ganzen Kühe wieder zurück zu ihren Almen gekehrt. Das war wirklich beeindruckend, denn auf dem Hinweg waren sie weder zu sehen noch zu hören, da sie wohl überall verteilt waren. Sie lagen auch teilweise direkt auf oder neben dem Weg, aber ich muss sagen, dass diese Kühe wirklich sehr sehr entspannt waren und sich überhaupt nicht für uns und die Hunde interessiert haben.

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Immer an meiner Seite ❤

Nach insgesamt 20 km und um die 450 hm kamen wir am frühen Abend wieder am Campingplatz an. Diese Tour kann ich jedem wärmstens empfehlen, man muss es einfach einmal live erlebt haben. Wenn man nicht soweit gehen möchte, kann man auch ohne Probleme mit einem Shuttle Service zu einer der Almen in das Tal hineinfahren, dann verkürzt sich natürlich die Strecke.

Gletscherlehrweg Innergschlöß

Donnerstag gab es abends ein schönes Gewitter, wenn man es trocken und sicher hat, macht es ja echt Spaß ein Gewitter in den Bergen zu beobachten 😊 Für den Freitag war das Wetter sehr regnerisch angesagt. Also ließen wir uns Zeit und haben schön ausgeschlafen und ganz gemütlich gefrühstückt. Als es gegen 11 zwar immer noch bewölkt, aber eben nicht regnerisch war, haben wir uns dann doch noch aufgemacht. Die Wahl fiel auf den Gletscherlehrweg Innergschlöß. Gestartet wird am Parkplatz am Matreier Tauernhaus. Von hier geht es erst einmal bergauf zum Innergschlöß. Vorbei an tollen Wasserfällen und schönen kleinen Almen. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf die imposante Gletscherwelt rund um den Großvenediger.

Hier beginnt dann auch der Gletscherlehrweg. Dieser ist mit knapp 9 km als Rundtour angegeben. Leider hatten wir übersehen, dass dieser aber erst am Innergschlöß beginnt. Wir sind ja schon vom Matreier Tauernhaus aus gestartet. Das hätte sich dann doch etwas gezogen, vor allem da wir relativ spät dran waren und es abends doch noch regnen sollte. Also sind wir den Lehrpfad nicht komplett gegangen. Wir sind aber einige Zeit bergauf gegangen. Man bekommt dort einen wunderschönen Ausblick.

Am Nachmittag sind wir dann wieder umgedreht und zurück zum Auto gegangen. Dort hat es dann auch zu regnen begonnen und wir haben uns erst einmal im Matreier Tauernhaus gestärkt und aufgewärmt. Aber die Tour ist sehr schön und der Rest des Weges sicherlich ebenso sehenswert. Beim nächsten Mal werden wir sie auf jeden Fall zu Ende gehen. Auf dieser Tour sind uns übrigens so gut wie gar keine Menschen begegnet 😀

Wandern in Osttirol – Lienz

Am Samstag war dann auch schon unser letzter Morgen auf diesem wunderschönen Campingplatz in Kals. Eigentlich hatte ich für den Anschluss dann am Campingplatz Lienzer Dolomiten reserviert. Allerdings bekamen wir spontan Bescheid, dass ein Bekannter in Lienz in sein Ferienhaus fährt und hat uns eingeladen. Das haben wir uns natürlich nicht nehmen lassen und sind also auf nach Lienz gefahren, in die wunderschöne Hütte, in der wir schon vor 3 Jahren einen so tollen Urlaub hatten.

Karlsbader Hütte -Lienzer Dolomiten

Bevor wir allerdings zur Hütte fahren, wollte ich noch eine kleine Tour gehen. Ich hatte mir den Weg von der Dolomitenhütte zur Karlsbader Hütte in den Lienzer Dolomiten herausgesucht. Zum Parkplatz an der Dolomitenhütte geht es ziemlich steil bergauf. Irgendwann kommt man auch an die Maustelle. Hier kamen wir gegen 10:30 Uhr am Samstag an, als eine junge Dame uns vor geschlossener Schranke erklärte, dass die Parkplätze oben alle belegt sind. Ärgerlich….eine Weile haben wir dann überlegt, aber ich wollte es trotzdem wagen. Also bezahlten wir die 11(?)€ und fuhren Richtung Dolomitenhütte. Zum Glück haben wir dann doch einen Parkplatz bekommen. Interessant war es trotzdem für mich, denn als ich vor 3 Jahren im Mai dort war, standen dort vielleicht zwei Autos…Aber egal, es ging nun zu Fuß Richtung Karlsbader Hütte. Zuerst geht es auf einem gemütlichen Fahrweg dahin. Rechts von einem die imposanten Lienzer Dolomiten im Blick. Immer wieder kommen Weideübergänge, mit der Warnung vor Mutterkuhhaltung. Interessanterweise haben wir auf dem gesamten Weg aber keine einzige Kuh entdeckt und auch keine Fladen auf dem Weg gesehen. Entweder waren tatsächlich keine da oder sie haben sich tagsüber sehr gut verteilt. Im Notfall könnte man aber sehr gut umdrehen oder ausweichen, da hier Zäune ganz gute Möglichkeiten bieten.

Ab einer bestimmten Stelle kann man zwischen Fahrtweg und Steig wählen. Wir haben natürlich den schönen Steig gewählt und hier waren wir tatsächlich alleine oder haben mal ein paar Einheimische getroffen. Keine Ahnung wo die ganzen Leute waren. Der Großteil ist vermutlich bei der Dolomitenhütte geblieben. Umso besser für uns 😊

Auf dem Steig kommt man hier ziemlich zügig immer höher und taucht richtig in die Lienzer Dolomiten ein. Plötzlich steht man mittendrin, einfach herrlich. Fast oben angekommen geht es die letzten Meter zur Hütte auf dem Fahrtweg entlang. Hier gibt es Schafe. Leider kamen uns hier einige Wanderer entgegen, die uns vor den Schafen gewarnt haben. Anscheinend hatte jemand seinen Hund kurz vor uns auf die Schafe losgelassen. Da diese viele Lämmer dabei hatten, wurde der Hund von den Schafen und vor allem dem Bock angegriffen und zurecht gewiesen. Das haben wir dann auch gleich zu spüren bekommen, denn als wir dort ankamen, kam gleich die erste Schafmutter direkt auf uns zu (obwohl auf dem Weg und die Hunde an der Leine ganz nah bei uns) und ging direkt in Angriffshaltung. Also gingen wir wieder zurück. Viel hat uns das aber nicht ausgemacht, denn wir waren schon fast an der Hütte angelangt und der Ausblick war grandios. Trotzdem werde ich nie verstehen, wie unvernünftig man sein kann. Ich lasse meine Hunde auch gerne freilaufen, weil ich weiß, dass sie hören und immer bei mir bleiben. Aber wenn irgendwo Weidevieh steht, nehme ich die Hunde an die Leine, halte sie ganz nah bei mir und halte einen möglichst großen Abstand. Also bitte nehmt Rücksicht auf die Tiere vor Ort. Wäre der Vorfall nicht wenige Minuten vor uns passiert, hätten wir sicherlich überhaupt keine Probleme gehabt stressfrei an den Schafen vorbei zu gehen.

Im Anschluss ging es wieder auf dem gleichen Weg zurück (immer noch keine Kühe gesehen) zum Auto und von dort nach Lienz rein und rauf zu unserem Gastgeber. Von seiner wunderschönen Hütte aus haben wir den Blick auf die Lienzer Dolomiten den Rest des Tages genossen. Der Sonntag war dann wettertechnisch nicht sehr schön angesagt, also haben wir einen wohlverdienten „Rest Day“ eingelegt. Die Hunde haben die extra Portion Schlaf gut brauchen können. Für die nächsten zwei Tage war das Wetter dann aber traumhaft angesagt, perfekt für mein ursprüngliches Ziel des Urlaubs, die Drei Zinnen

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Ein Kommentar zu „Wandern in Osttirol – Kals am Großglockner und Lienz

  1. Die Bilder sind wirklich toll! Nächstes Jahr, wenn Corona hoffentlich mal ein wenig abgeflaut hat, werde ich auch mal wieder in ein Sporthotel in Davos oder so gehen und mich zwei Wochen über die Berge schicken. Freue mich schon riesig. Bewegung war dieses Jahr auf jeden Fall zu wenig, beziehungsweise bin ich nur rund um die Heimat gewandert.

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