Kleine Auszeit im Bayerischen Wald

Vier Tage frei und das schönste Osterwetter seit über 30 Jahren! Bei den Voraussetzungen hält mich natürlich nichts mehr zu Hause. Mein neuer Minicamper ist mittlerweile auch fast komplett, also sollte es von Karfreitag bis Ostersonntag zum Wandern gehen.  Da ich das letzte Mal als kleines Kind im Bayerischen Wald war, sollte das unser Ziel sein.

Am Donnerstag habe ich noch schnell alles zusammen gepackt und recht spontan ein paar mögliche Touren inkl. Übernachtungsstellplätzen rausgesucht.

Vom höchsten Wasserfall zum höchsten Gipfel

Am Karfreitag ging es morgens bei strahlendem Sonnenschein für Jumper, Mila, Joy und mich los Richtung Bodenmais. Da zum Glück wohl alle Richtung Süden unterwegs waren, hatte ich freie Fahrt. Auch wenn mir bewusst war, dass es am Großen Arber sicher etwas voller werden könnte, wollte ich es mir nicht nehmen lassen den höchsten Gipfel des Bayerischen Waldes zu erklimmen. Da ich mir aber extra nicht die Standardroute ausgesucht hatte, war tatsächlich nicht viel los. Nur die ersten Meter bis zum höchsten Wasserfall des Bayerischen Waldes. Der Weg dorthin und die Rißlochwasserfälle sind aber auch wirklich wunderschön und einen Ausflug wert!

Ab hier wurde es immer weniger und bis zum Gipfel begegnete ich kaum jemanden. Das lag vermutlich auch daran, dass noch jede Menge Schnee lag. Das hatte ich tatsächlich unterschätzt, aber die Hunde fanden den Schnee super. Und warm war es so oder so bei diesem frühsommerlichen Wetter 🙂

Teilweise war es etwas schwierig aufgrund der Schneemassen oder weil so viel Schmelzwasser runter kam, dass der Weg leicht mit einem Bach zu verwechseln war, aber wir kamen dann doch voran. Und irgendwann lichtete sich der Wald, sodass wir einen herrlichen Blick auf den Großen und Kleinen Arber bekamen.

Am Gipfel des Großen Arber auf 1.456 m angekommen bot sich einem ein herrlicher Rundumblick! Hier gab es natürlich die wohlverdiente Pause und ein Nickerchen in der Sonne für die Hunde. Einfach die Seele baumeln lassen…

Zurück ging es dann wieder über die Rißlochfälle zum Parkplatz. Am Wanderparkplatz war es mir zum Übernachten zu voll, also machte ich mich auf dem Weg. Über die App park4night hatte ich mir ein paar Kilometer weiter einen Parkplatz gesucht. Dieser war dann allerdings schon belegt und mir war dort generell zu viel los. Auf dem Weg dahin hatte ich aber ein, zwei schöne Plätzchen neben der Straße gesehen, also ging es wieder ein Stückchen zurück. Dort fanden wir dann unser Lager für die Nacht. Idyllisch am Wald und sogar mit „eigenem“ Bach 🙂

Unterwegs über Vier Tausender

Diesen vielversprechenden Titel hatte die Tour, die ich für Samstag ausgesucht hatte. Nach einem gemütlichen Frühstück ging es also los zum Wanderparkplatz in Höbing bei Arnbruck. Ich habe mich gleich total gefreut, da der Wanderparkplatz klein und total idyllisch war. Inklusive Bänken und Grillstelle. Also wusste ich, dass ich hier gleich unseren Platz für die zweite Nacht gefunden hatte.

Los ging es über einen wunderschönen Kreuzweg recht zügig bergauf Richtung Eck (843 m). Ab hier wurde es mit der Beschilderung dann schon spannend, denn wir waren ewig ohne jegliches Schild unterwegs. Im Endeffekt war es aber tatsächlich der richtige Weg und wir kamen weiter voran auf dem Weg zum nächsten Gipfel. Zwischendurch hatten wir einen grandiosen Ausblick am Skywalk bei Eck.

Irgendwie orientierte ich mich an meiner Mini-Karte eines kleinen Flyers vom Bayerischen Wald und fand dann auch den richtigen Weg zum Mühlriegel auf 1.080 m. Hier erwatete uns eine kleine Kraxelei und ein herrlicher Ausblick. Ein perfekter Platz für ein erstes Päuschen.

Frisch gestärkt und im Schatten etwas von der prallen Sonne erholt ging es weiter auf der Hauptroute des Goldsteiges Richtung Ödriegel, den zweiten „Tausender“ auf dieser Tour. Hier wurde der Weg wirklich immer noch schöner, dafür aber auch sehr sehr abenteuerlich. Ob es am Winter generell lag, oder an den vergangenen Stürmen oder der Tatsache, dass der Bayerische Wald wirklich noch ein Urlwad ist, auf jeden Fall wurde es immer interessanter den richtigen Weg zu finden.

Denn der Weg war sowieso schon nur ein unscheinbarer Trampelpfad, es kamen aber wirklich alle paar Meter umgestützte Bäume, Äste, Wurzeln und Sträucher dazu. Teilweise kam auch Schnee dazu, hier war es nur anhand der Fußspuren möglich den Weg zu finden. Denn Schilder suchte man oft vergeblich 🙂 Es ging also über Stock und Stein von Gipfel zu Gipfel.

Nach einer verdienten (Nach-)mittagspause mit herrlichem Ausblick ging es weiter über das Schwarzeck und den Reischflecksattel. Die anderen beiden „Tausender“.

Theoretisch sollte es nun wieder langsam bergab gehen, hinab nach Schareben. Leichter gesagt als getan. Die Schilder und Markierungen hörten plötzlich komplett auf! Keine Menschenseele weit und breit und natürlich, wie sollte es anders sein, kein Netz! Wieder nur die kleine Minikarte. Zum Glück bin ich durch die Dogtrekkings mittlerweile geübt im Kartenlesen und habe eine recht gute Orientierung. Denn irgendwie kam mir unser Weg langsam nicht mehr richtig vor. Also wieder ein paar Minuten zurück gegangen und da entdeckte ich auf einem Baum mit Sprühfarbe einen Pfeil und die Aufschrift „Arber“. Da wollte ich zwar nicht hin, aber die Richtung stimmte grob. Nach ein paar Minuten entdeckte ich dann tatsächlich endlich mal wieder Wegmarkierungen. Und einige Zeit später endlich auch das langersehnte Schild nach Schareben! Puh, also doch alles richtig gemacht 😀 Ich empfehle jedem mindestens eine große Karte oder sogar ein GPS mitzunehmen, wenn man sich nicht auskennt, denn sonst könnte es auf dieser Route interessant werden 😀

BayerischerWaldOstern2019-58
Juhu unser Wegweiser

Ab hier war dann der Weg endlich wieder ausgeschildert und so ging es immer weiter bergab, vorbei an der Berghütte Schareben. Über den Arnbrucker Steig führte der Weg über kleine Orte, Wiesen und Wald zurück nach Arnbruck.

Nach 20 Kilometern und einigen Gipfel hatten wir eine wunderschöne und anspruchsvolle Tour hinter uns. Gegenüber von unserem Parkplatz gab es sogar eine kleine Kneippanlage. Das tat vielleicht gut 😀 Bei immer noch strahlendem Sonnenschein gemütlich Abendessen kochen und den Tag ausklingen lassen. Einfach herrlich…

Nach einer erholsamen Nacht und einem gemütlichen Frühstück mit Ausblick, beschloss ich am Sonntag nur noch eine kleine Runde zu drehen. Mit dem bisschen Netz was ich ab und zu bekam, habe ich mir eine kleine Runde bei Komoot bei Arrach ausgesucht. Hier hatten wir nochmal eine tolle Runde als Abschluss für ein wunderschönes Wochenende.

Bayerischer Wald: Wir kommen wieder. Definitiv! 🙂

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