Unser erstes Harz Dogtrekking

In den Harz hatte es und bisher leider noch nicht verschlagen. Neugierig darauf bin ich über das Harz Dogtrekking geworden. Als ich die Fotos und Berichte dazu las, wollte ich natürlich unbedingt einmal selber teilnehmen. Letztes Jahr musste ich wegen „Klein-Joy“ unsere Teilnahme leider absagen, aber 2018 war es endlich soweit! Und uns erwartete ein tolles Wochenende im wunderschönen Harz.

Die Anreise

Das HDT (Harz Dogtrekking) wird von „Dogtrekking HARZ“ organisiert. Wir waren richtig happy als Petra und ich vor ein paar Monaten einen der begehrten Plätze ergattern konnten. Also ging es schließlich am 07.09.2018 auf in den Harz. Nach 500 km Fahrt kamen wir Freitagabend endlich am Campingplatz in Braunlage an. Noch war das Wetter ziemlich wechselhaft, aber der Wetterbericht für Samstag und Sonntag lies uns auf ein tolles Herbstwochenende hoffen. Interessanterweise war es hier vor Ort schon wesentlich herbstlicher als bei uns zuhause in Bayern. Ich fand es wunderbar, der Herbst ist einfach meine absolute Lieblingsjahreszeit ❤

Vom Campingplatz wurde uns Dogtrekkern wieder eine eigene Wiese zur Verfügung gestellt. Sogar ein riesiges Zelt als Treffpunkt stand auf der Wiese. Petra hatte uns schon ein gemütliches Plätzchen ausgesucht, also ging es für mich nach der Ankunft noch schnell ans Zelt aufbauen.

Nach und nach trafen auch immer mehr Teilnehmer ein. Sobald unser kleines Lager stand, ging es zum Gemeinschaftszelt. Erst einmal alle begrüßen und gleich gab uns Becci, die Organisatorin des HDT, eine Einweisung in die Strecke für Samstag.

Im Harz gibt es die sogenannte Harzer Wandernadel. Hierbei gibt es über 200 Stempelstellen, an denen Stempel beim Erwandern gesammelt werden können. Diese Stempelstellen bieten sich natürlich perfekt als Checkpoints für das Dogtrekking an. Dafür händigte Becci uns wirklich total schön gestaltete Stempelheftchen aus. Darin waren die Touren des HDT eingezeichnet und natürlich auch die entsprechenden Stempelstellen. Auf der Tour-Kategorie galt es 35 km und 1.080 hm inkl. 8 Stempel zu erwandern. Somit konnten wir damit eine Bronzene Wandernadel ergattern 🙂

Schon im Vornhinein war mir bewusst, dass die größte Herausforderung dieses Mal in der Orientierung lag. Schließlich waren sowohl Petra, als auch ich vorher noch nie im Harz gewesen. Und ich hatte schon den ein oder anderen HDT-Bericht inkl. ordentlichen Extrakilometern wegen Verlaufen gelesen 😀 In den Bergen kenne ich mich aus und wenn die Checkpoints dann auch noch Gipfel sind, ist die Orientierung mit Karte relativ einfach. Aber der Harz ist da eine ganz andere Herausforderung mit seinen unzähligen Wegen und mir (bis heute) noch etwas unschlüssigen Beschilderungen 😀

Deswegen versuchte ich beim Briefing möglichst gut aufzupassen und mit ein bisschen Unterstützung beim Suchen der Route auf der großen Karte hatte ich zumindest eine grobe Idee wie unsere Tour am nächsten Tag verlaufen sollte.

Im Dunkeln haben wir dann noch schnell unser Abendessen gekocht, die Hunde versorgt und uns dann mit Tee bewaffnet (es war schon ziemlich frisch) wieder ins Gemeinschaftszelt verzogen. Noch ein wenig mit Gleichgesinnten quatschen bevor es ab in die Schlafsäcke ging.

Die Tour des HDT 2018

Recht früh am Morgen fiel es mir trotz recht wenig Schlaf (aufgrund Huskygejaule der Nachbarn) ziemlich leicht aufzustehen. Denn die Nacht war doch ziemlich frisch gewesen und ich dementsprechend durchgefroren. Ich hatte mich schon gewundert, da mich mein neuer Schlafsack bisher nicht im Stich gelassen hat. Am Abend erfuhren wir allerdings dann, dass die Autos in der Nacht gefroren waren. Es hatte also um die 0 Grad gehabt. Kein Wunder also! Schnell Kaffee und warmes Frühstück zum Aufwärmen kochen!

Fertig machen, Rucksack packen, Hunde anziehen und schon waren wir gegen halb 8 startklar für unsere Tour. Schon gleich am Start im Wald wurde es interessant mit der Orientierung 😀 Mit der Tourenbeschreibung und Karte wurde es echt schwer. Ich hatte zwar schon die Karte mit dem genaueren Maßstab gewählt, aber irgendwie war das immer noch nicht genau genug. Die Schilder am Weg waren auch wenig hilfreich…wie gesagt deren Wegesystem inkl. Beschilderung und diversen Zeichen und Nummern ist mir bis heute noch nicht ganz klar 😀 Da hatten die Starter mit Ortskunde definitiv einen großen Vorteil.

Naja, aber auch den Beginn des Weges fanden wir dann. Ab und zu begegneten uns auch Spaziergänger, die uns darauf hinwiesen wo die anderen Dogtrekker vor uns denn schon lang gelaufen sind. Als Dogtrekker fällt man eben auf…das war dann ganz praktisch. Die kühle herbstliche Waldluft war auf jeden Fall herrlich und das Licht der Morgenstimmung einfach traumhaft!

Unser erster Checkpoint befand sich auf dem Wurmberg. Dazu ging es eine ganze Weile auf wunderschönen Wegen durch den Wald, bis wir schließlich durch Braunlage hindurch mussten um an die Talstation der Wurmbergbahn zu gelangen. Für mich war tatsächlich neu, dass man hier im Harz richtig Ski fahren kann. Ab hier war die Wegwahl etwas schwierig. Gestern hatte Becci noch etwas von einer Skipiste erzählt, der Wurmbergbahn entlang. Aber irgendwie hatte ich doch noch einen Weg im Kopf. Der dick eingezeichnete Strich in unserem Stempelheftchen war da auch wenig hilfreich. Na welcher Weg denn nun? Nen Grashang nach oben laufen? Ne danke, das hatte ich erst letztens beim Karwendel Dogtrekking… Also folgten wir dem Weg, der mir laut Karte der richtige auf den Wurmberg erschien. Es ging angenehm bergauf. Der Weg war allerdings menschenleer, was mir schon etwas seltsam erschien. Außerdem hatten gestern alle schon gestöhnt, wie schlimm der Anstieg denn sein soll. Also wirklich anstrengend war das hier nicht  für uns Berghasen… Es ging also immer weiter gemütlich bergauf. Schließlich begegnete uns eine Gruppe Dogtrekker kurz vorm Gipfel des Wurmberges. Entgeisterte Blicke und ein „Was macht ihr denn hier???“ Äh…wir dachten das wäre der richtige Weg 😀

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Unser ewiger Begleiter: Die Karte 😀

Falsch gedacht. Der richtige Weg führte tatsächlich direkt die Skipiste nach oben. Wir haben quasi einmal den Berg halb umquert und sind an der „Abstiegsseite“ angekommen. Wahrscheinlich haben wir hier ein paar Extrakilometer eingelegt, aber nachdem sich alle so über sie Skipiste beklagt haben, hatten wir letztendlich wohl den „richtigen“ Weg gewählt 😀

Nach einer gemeinsamen Wegbesprechung ging es weiter und ein paar Meter später standen wir dann vor der Gittertreppe rauf zum Gipfel. Ja, also irgendwas mit einer Treppe hatte ich von der Einweisung gestern noch im Kopf. So eine Gittertreppe bei einer Hundeveranstaltung? Das fand ich etwas komisch, schließlich hatte sich Jumper an so einer Treppe schon mehrmals an den Krallen verletzt. Das sollte uns nicht noch einmal passieren, also schnell alle Hunde mit Booties versorgt. Und dann ging es steil nach oben. Die Hunde hatten einen Heidenspaß und legten ein enormes Tempo vor. Da brannten dann schließlich auch endlich unsere Oberschenkel 😀

Oben auf 971 m angekommen wurden wir mit einem grandiosen Ausblick über den Harz belohnt! Schnell den ersten Stempel ins Büchlein gedrückt und ein kleines Päuschen eingelegt. Von hier oben konnten wir auch unser nächstes großes Ziel, den Brocken, erspähen.

Nachdem uns die anderen am Gipfel erzählt hatten, dass es neben der Treppe einen kleinen Trail gab, dämmerte es auch wieder, dass Becci gestern so etwas erwähnt hatte…lalala, also nix mit Gittertreppe. Naja, es ging also bequem auf einem schönen Trail wieder nach unten. Immerhin hatten wir vorhin eine schöne Treppen- und Bootie-Übung für die Hunde eingelegt 😀

Ab jetzt ging es zum nächsten Checkpoint, Eckerloch. Es ging nun erst einmal wieder hinab. Durch den Wald auf wunderschönen Trails und Stiegen. Ich habe keine Ahnung wie oft wir an diesem Tag die Karte aus- und eingepackt haben 😀 Ab und zu zweifelte ich etwas an der Wegwahl, aber immerhin traf man ab und an andere Dogtrekker, also konnten wir relativ sicher sein, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Schließlich ging es dann irgendwann Richtung Brocken und dementsprechend wieder bergauf. Nun folgte der etwas anstrengende Teil der Tour. Weniger aufgrund der Wege, sondern vielmehr wegen der Menschenmassen. Die wurden nun nämlich immer mehr, je näher wir dem Brocken kamen. Die Wege waren trotzdem wunderschön, es ging über große Steine und Felsen am Boden. Ich war beeindruckt von der Vegetation, den teilweise riesigen Flächen an abgestorbenen Bäumen und immer wieder hörten wir die Brockenbahn. Eine völlig andere Welt. Und ich war froh, dass ich sie endlich selbst erleben konnte.

Schließlich sammelten wir unseren zweiten Stempel ein. Die meisten Stempelstellen befanden sich in kleinen Schutzhäuschen. Die konnte man wenigstens nicht übersehen. Recht bald ging es dann auf auf einer Teerstraße zum Brocken hinauf.

Absoluter Kulturschock für uns 😀 Ich werde mich nie wieder beschweren, wenn bei uns mal wieder etwas mehr los ist am Gipfel, denn im Vergleich zu den Menschenmassen hier, absolut kein Vergleich. Menschen, die wahrscheinlich vorher noch nie einen Berg bestiegen haben und sich vermutlich auch sonst eher weniger bewegen, Radfahrer, Pferdegespanne, Segway-Gruppen, Hundehalter, alles war hier vertreten und wollte diesen Berg rauf oder wieder runter. Und wir mitten drin. Wirklich ein Kompliment an unsere Hunde und vor allem die jungen Mädels Ronja und Joy, die das wirklich mit Bravour gemeistert haben und absolut cool geblieben sind. Hauptsache immer weiter nach oben. Gegen 13 Uhr erreichten wir dann schließlich den Brocken. Trotz der Menschenmassen war ich total happy hier zu sein. Denn durch die ganzen Fotos und Berichte wollte ich unbedingt auch einmal auf den höchsten Berg im Mittelgebirge Harz und in ganz Norddeutschland.  Wir waren nun über 5 Stunden quasi nonstop unterwegs, deswegen wollten wir uns nun eine Pause gönnen und etwas essen. Also schnell Pommes geholt und uns etwas abseits hingesetzt und die Hunde natürlich ebenfalls versorgt.

Lange dauerte die Pause allerdings nicht, denn wir wurden schließlich von einem Ranger aufgefordert wieder zu gehen. Offensichtlich hatten wir uns abseits der Wegmarkierung hingesetzt. Sorry nochmal! Na gut, also weiter. Hier hält man es eh nicht lange aus. Es war übrigens trotz strahlendem Sonnenschein eiskalt hier oben. Der Wind war ziemlich ungemütlich. Aber natürlich haben wir noch den Stempel am Brockenhaus eingesammelt und dann noch kurz den Ausblick genossen. Und von 1.141 m aus kann man wirklich sehr weit blicken!

Jetzt aber nichts wie weg hier. Nochmal durch die Menschenmassen im Abstieg gequält und dann ging es an den Bahngleisen entlang wieder bergab. Nach und nach wurden die Menschen langsam weniger. Hier sahen wir auch immer wieder Teilnehmer des HDT.

Auf dem weiteren Weg sammelten wir noch Stempel am Eckersprung und Dreieckiger Pfahl ein. Und schließlich tauchten wir glücklicherweise auch wieder in die Ruhe des Waldes ein. Abseits des Tourismus sieht man selten andere Wanderer. Einfach traumhaft und die Wege waren immer wieder abwechslungsreich.

Vor dem nächsten Stempel hatten wir dann nochmal eine Orientierungsschwäche. Die Konzentration war dann nachmittags doch schon etwas am Ende und ich konnte die dämliche Karte schon nicht mehr sehen 😀 Aber Dank Teamwork entschieden wir uns schließlich für den richtigen Weg und irgendwann ging es rauf zur Achtermannshöhe.

Hier erwartete uns wirklich noch einmal ein wunderschöner Weg. Bis auf andere Dogtrekker war anscheinend nun niemand mehr unterwegs. Den Stempel eingesammelt und noch ein bisschen gekraxelt und schon waren wir am Gipfel der Achtermannshöhe auf 925 m angekommen.

Für mich war das eigentlich das Highlight der Tour, denn der Ausblick war grandios! Und wir konnten auf unsere gesamte Tour des Tages hinabblicken.

Auf einem schönen Steig ging es nun wieder hinab. Zwei Stempel galt es noch einzusammeln. Den Stempel der Hahnenkleeklippe fanden wir schließlich auch. Hier gab es eine letzte kurze Verschnaufpause für alle, denn Petra musste noch ihren Fuß versorgen, der sich schmerzhaft beschwerte. Aber nun ging es weiter, immer Richtung Silbersee. Es wurde Abend und gegen 19 Uhr sammelten wir unseren letzten Stempel am Naturmythenpfad ein.

Jetzt ging es noch die letzten paar Kilometer zurück zum Campingplatz und nach 12 Stunden erreichten wir schließlich richtig glücklich und zufrieden nach einer wunderschönen Tour unser Ziel.

+++ Hier findet ihr das Video zur Tour +++

Ausklingen nach der Tour

Hunde versorgen, die verdiente warme Dusche genießen und schließlich die verbrauchten Kalorien bei Nudeln mit Pesto wieder auffüllen. Danach gesellten wir uns zum Ausklingen des Tages wieder ins Gemeinschaftszelt, wo sich mittlerweile zahlreiche Teilnehmer versammelt hatten und die Erlebnisse des Tages austauschten. Es stellte sich heraus, dass wir tatsächlich ziemlich lange unterwegs gewesen waren.  Ich selbst hatte jetzt auch nicht mit 12 Stunden gerechnet, da wir zügig unterwegs waren und wenig Pausen gemacht hatten. Schließlich hatte ich die selbe Zeit beim KDT gebraucht für de gleiche Strecke, aber wesentlich mehr Höhenmeter und wärmere Temperaturen. Aber anscheinend hatte uns das Karten lesen extrem viel Zeit gekostet. Gut, gefühlt hatten wir auch alle 5 m drauf geschaut 😀 Aber immerhin hatten wir uns so nicht verlaufen (bis auf den „Alternativweg“ am Wurmberg). Aber egal, wir hatten einen richtig tollen Tag gehabt und wunderschöne Einblicke in den Harz gewonnen.

Irgendwann verzogen sich alle langsam wieder in ihre Betten und wir schließlich irgendwann auch. Die Nacht wurde dann auch wirklich erholsam. Es war ruhig, nicht mehr so kalt und Mensch und Hund waren zufrieden.

Sonntag schliefen wir also gemütlich aus und schließlich genossen wir unser Frühstück bei wunderschönem Wetter. Um 10 Uhr trafen sich dann alle zur Siegerehrung. Wir wurden tatsächlich auch „geehrt“, allerdings für „Longest Time on Trail “ auf der Tour 😀 Wir nehmen das natürlich mit Humor, schließlich geht es um Spaß an der ganzen Sache und den hatten wir definitiv! Genau das finde ich an den Dogtrekkern so schön. Herzlichen Glückwunsch an die Sieger der einzelnen Kategorien! Wieder der absolute Wahnsinn was da für  Zeiten herauskamen!

Besonders erfreulich war dann auch noch die Nachricht, dass durch die Veranstaltung 1020€ für das lokale Tierheim Eckertal als Spende gesammelt wurden. Wirklich richtig toll!

Nun ging es auch schon wieder gemütlich ans zusammen packen. Da wir noch eine längere Fahrt vor uns hatten wollten wir allerdings noch zu Mittag essen. Also verschlug es Petra und mich noch in eine Pizzeria in Braunlage. Bei strahlendem Sonnenschein ließen wir das Wochenende ausklingen. Und schließlich ging es wieder zurück nach Bayern.

Vielen Dank an Dogtrekking Harz für die tolle Organisation. Es war ein wunderschönes Erlebnis und wir kommen sehr gerne wieder. Nächstes Jahr sind die Mädels dann alt genug und wir wagen uns vielleicht auch mal an den Hike. 🙂

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