Karwendel Dogtrekking 2018

Letztes Jahr sind wir beim Karwendel Dogtrekking zum ersten Mal bei einer solchen Veranstaltung gestartet und 2018 wollten wir auf jeden Fall wieder dabei sein. So verbrachten wir das Wochenende vom 17.-19.08.2018 im wunderschönen Karwendel.

Anreise am Freitag

Freitag Mittag stopfte ich noch schnell alles nötige für unser Wochenende ins Auto. Trotz weniger Platz (wegen Joy´s Hundebox auf dem Rücksitz) ging das Einladen aber erstaunlich gut. Ich hatte dieses Mal einfach weniger dabei. Es ist wirklich von Vorteil, wenn man einmal auf einer Trekkingtour war und aus nur einem Rucksack gelebt hat. Da weiß man plötzlich was man wirklich braucht und was eben nicht 🙂 Meine Luftmatratze durfte aber trotzdem mit, ein wenig „Luxus“ darf es ja sein, wenn man schon mit Auto anreisen kann 😀

Als Basecamp diente wie schon letztes Jahr das Karwendel Camp in Scharnitz, Österreich. Uns wurde wieder eine eigene Wiese zur Verfügung gestellt, sodass die Dogtrekker unter sich waren. Vor Ort wurden wir schon von Petra und ihren beiden Mädels Lilly und Ronja erwartet. Gemeinsam ging es gleich ans Zelt aufschlagen. Nachdem wir fertig waren und noch mit anderen bekannten Gesichtern gequatscht haben, traf auch Joana mit ihrer Bounty samt Wohnmobil ein. Für die beiden sollte es das erste Dogtrekking werden.

Es war nachmittags schon ziemlich heiß und wir waren alle froh, als Joana ihre Markise vom Wohnmobil aufschlagen konnte, sodass wir ein bisschen Schatten hatten. Als unser kleines „Lager“ stand ging es mit den Hunden noch auf einen Spaziergang, wir wollten unbedingt ans Wasser. Danach waren auch die Hunde zufrieden und wir konnten ans Abendessen denken. Leider fiel unsere erhoffte Pasta-Party aus (Maria hatte das in der Ausschreibung vom letzten Jahr aus Versehen noch drin stehen 😀 ). Zum Glück hatte aber in der Zwischenzeit ein neues Lokal am Campingplatz eröffnet. Und die hatten sogar veganes Essen ❤ Also gab es für mich einen veganen Buchito. Sehr lecker! Die Wartezeit aufs Essen haben wir dann noch für den Kartencheck genutzt. Den Track und die Checkpoints, die uns Maria vorher ausgehändigt hatte, verglichen wir noch mit der großen Karte. Da sich die Checkpoints an markanten Stellen wie Almen oder Gipfeln befanden, sollte das kein Problem werden. Ein Teil der Strecke überschnitt sich auch mit der Tour vom letzen Jahr, also hatte ich grob eine Ahnung wie wir laufen würden.

Eigentlich war geplant, dass Petra, Joana und ich zu Dritt starten würden. Aber leider war Joy´s Schwester gesundheitlich angeschlagen und mussten viele unserer Trainingstouren in den vergangenen Monaten aussetzen. Deswegen würden Joana und ich nur zu zweit starten. Zum Glück hatte Maria aber zusätzlich noch eine kleine Bambini-Tour geplant, die sie dann gehen konnten.

Wir waren alle schon ziemlich müde, deswegen verzogen wir uns kurz nach Einbruch der Dunkelheit in unsere „Betten“. Wir wollten unbedingt gut erholt sein für die Tour, schließlich erwarteten Joana und mich 31 km und 2.300 hm!

Die Tour des KDT 2018

Das Camp erwachte wieder ziemlich früh. Die Teilnehmer von Hike und Dogtrekking starteten schließlich schon im Dunkeln. Gegen 05:30 Uhr konnte auch ich dann nicht mehr schlafen und schälte mich aus meinem warmen Schlafsack. Jumper und Joy haben in ihrem Schlafsack auch ganz gut geschlafen. Für Joy war es das erste Mal auf einem Campingplatz, aber nachdem wir dieses Jahr schon auf Trekkingtour waren und im Tarp geschlafen haben, war das überhaupt kein Problem für sie.

Da unser geplanter Start gegen 7 Uhr war, konnte ich erst einmal ganz gemütlich die Hunde versorgen und Kaffee und Frühstücksbrei mit Banane kochen. Die perfekte Grundlage für eine lange Tour. Ab ins Bad, Rucksack fertig packen und schon waren wir gegen 7 Uhr auch startbereit. Los ging es für Joana, Bounty, Jumper, Joy und mich. Ganz spontan gesellten sich auch noch Clara und ihr Poldi zu uns. Die beiden waren extra aus Berlin angereist und begleiteten uns auf den ersten Metern.

Startselfie :D
Startselfie 😀

Vom Campingplatz aus ging es zuerst hinauf zum Marendköpfl. Hier erwartet einen gleich ein schöner schmaler Pfad. Diesen Weg kannte ich noch aus dem Vorjahr.  Von dort ging es auf einem kleinen Pfad zum Zäunlekopf. Dieser Weg war wirklich traumhaft! Wir machten ziemlich zügig Höhenmeter. Und weiter oben angekommen wurden wir mit einem gigantischen Ausblick belohnt! Auch die ein oder andere Kraxelei war schon dabei. Die Hunde waren super motiviert und hatten ihren Spaß. Am Vormittag waren die Temperaturen auch noch richtig angenehm.

Nun ging es zum 1. Checkpoint. Die Oberbrunnalm erreichten wir gegen 9 Uhr. Wir wurden direkt super herzlich von dem wohl nettesten Hüttenwirt begrüßt, den ich je getroffen habe. Er selbst hat auch Hunde und war von unseren Vierbeinern total begeistert. Auch die anderen Teilnehmer wurden von ihm wohl sehr nett versorgt, soweit ich das aus den Erzählungen mitbekommen habe.

Von der Alm aus ging es nun erst einmal auf einem Forstweg ins Tal hinab. Nach dem  Anstieg war das eine schöne Erholung. Und der Vorteil von so einem breiten Weg ist, dass man sich nicht wirklich konzentrieren muss und auch einfach mal ratschen und die Aussicht genießen kann 🙂 Joy fand das nicht ganz so super, bergab hinten laufen ist ganz doof und wir waren ja immerhin auch erst 2 Stunden unterwegs 😀 Aber auch da musste der kleine Wirbelwind durch. „Unten“ angekommen stießen wir auf Wasser. Also erst einmal Wasservorräte auffüllen und den ersten Snack genießen. Da es langsam auch wärmer wurde machten wir die Kühlwesten für die Hunde nass und zogen sie ihnen an. Als nächstes erwartete uns nämlich ein laaanger Aufstieg. Nächstes Ziel und Checkpoint war das Seefelder Joch. Hier hatten wir das erste Mal kurz Probleme mit der Karte. Recht schnell fanden wir dann aber die richtige Abzweigung. Auf den Schildern war dieser nächste Aufstieg mit 3 Stunden ausgeschrieben.

Da wir froh waren, die Abzweigung gefunden zu haben gingen wir ohne weiteres Nachdenken den breiten Forstweg bergauf. Wir gelangten an ein kleines Hüttchen und plötzlich wurde ich etwas stutzig, da der Weg nicht mehr wirklich sichtbar war. Joana ging über einen kleinen Huckel aus Geröll und dahinter befand sich ein schöner Trampelpfad. Maria hatte bei der Streckenbesprechung etwas von Trampelpfad gesagt, also würde das schon passen. Also immer weiter bergauf. Tja, nur irgendwie wurde der Weg dann immer schmaler und plötzlich standen wir vor einem ziemlich kaputten Weideübergang (?) War schon irgendwie komisch…aber jetzt alles wieder runter laufen? Neeee…also drüber bzw. durch den Zaun hindurch und weiter. Der Weg verlor sich immer mehr.  Plötzlich standen wir mitten in Heide und Gestrüpp und waren schon ziemlich aufgekratzt an Armen und Beinen. Irgendwann stand ich dann an einem Felsabgrund und der Weg ging definitiv nicht mehr weiter! Ganz empört pfiff uns eine Gams an, die direkt gegenüber von uns im Fels hing. Die dachte sich wohl auch, was wir da wohl zu suchen hatten 😀

Ok, also hier waren wir wohl doch falsch. Wir hatten zwar keine Ahnung wo wir eine Abzweigung verpasst hatten, aber wir mussten nun alles wieder bergab zurück gehen. Das drückte etwas auf die Stimmung… An dem Hütterl wieder angekommen telefonierte ich dann kurz mit Maria, die meinte, dass der Trampelpfad eigentlich schon sehr gut zu finden sei. Dann noch auf Komoot nachgeschaut und wir wussten nun endlich wo wir hin mussten. Letztendlich mussten wir wieder zu der vorherigen Abzweigung. Denn bei dem Schild zweigt direkt danach rechts ein kleiner Pfad ab. Da der Forstweg aber so markant war, hatten wir das einfach nicht gesehen.

Gut, endlich wieder auf dem richtigen Weg und noch dazu auf einem richtig schönen Singletrail. Es ging also ab jetzt einfach immer weiter bergauf. Nach kurzer Zeit trafen wir Caro und Clara an einer Wasserstelle. Witzigerweise hatten sie sich genau an der gleichen Stelle verlaufen. Sie sind aber immerhin nicht ganz so weit gelaufen wie wir. Wasser getankt und für uns alle ging es wieder weiter.

Wir verließen nach einiger Zeit die Baumgrenze und gelangten auf einem wunderschönen Weg immer weiter nach oben. Die Aussicht war jetzt, wie fürs Karwendel üblich, einfach gigantisch!

Der Weg wurde nun immer anspruchsvoller. Perfekt für uns. Der geniale Ausblick, von dem ich einfach nicht genug bekommen kann, entschädigte für den anstrengenden Aufstieg.

So langsam setzte uns allen nun aber der Anstieg zu und die aufkommende Mittagshitze war dabei nicht gerade hilfreich. Kurz vor dem Gipfel ging dann die Motivation doch etwas flöten. Caro und Clara begegneten uns nun auch immer wieder. Jeder ging nun sein Tempo und bei Bedarf wurde eine kurze Schattenpause eingelegt.

Relativ bald konnte man aber endlich das Seefelder Joch erblicken. Mit dem Ziel vor Augen kämpften wir uns die letzten Höhenmeter nach oben. Oben angekommen entschädigte der gigantische Rundumblick. Gegen 13:30 Uhr erreichten wir also Checkpoint 2. Wir waren nun über 6 Stunden unterwegs und hatten uns definitiv eine große Pause verdient. Die Hunde bekamen ihre Stärkung mit der PowerBox. Hier oben am Gipfel wehte sogar ein richtig frischer Wind. Also konnte wir uns alle wieder etwas abkühlen. Die Hunde hatten nun auch ihr kleines Nickerchen verdient.

Wir ließen uns eine Stunde Zeit bevor wir wieder gestärkt und ausgeruht weiter konnten. Checkpoint 3, die Seefelder Spitze, war in wenigen Minuten zu erreichen. Auf einem wunderschönen Pfad, teilweise seilversichert, ging es zum höchsten Punkt der Tour. Auf 2.221 m angekommen auf der Seefelder Spitze gab es nochmals einen ganz anderen wunderschönen Ausblick.

Auf der Karte sah der nun folgende kleine Schlenker ganz harmlos aus. Zum Glück hatte ich davor die Beschreibung nicht soo genau gelesen. Denn im Endeffekt ging es nun wieder ein ganzes Stück weiter runter, um dann im Anschluss wieder (!!!) auf das Seefelder Joch zu steigen 😀

Der Abstieg von der Seefelder Spitze war dafür aber alles andere als langweilig, sondern einfach nur genial. Teilweise ausgesetzt und seilversichert, ab und zu schon etwas Geröll. Dieser Teil war definitiv ein Highlight.

Unten angelangt bei dem Abzweig zum Reither Kar (ich war nicht traurig, so etwas nicht gehen zu müssen 😀 ) hatten wir Checkpoint 4 erreicht. Und nun folgte der letzte Anstieg, der definitiv sehr an Körper und Nerven zehrte. Zu Beginn war der Aufstieg noch richtig schön. Nur gegen Ende mussten wir tatsächlich eine Skipiste nach oben. Dank Bauarbeiten war der Weg so gut wie nicht mehr vorhanden. Also nichts mit Serpentinen, die nach oben führen, sondern einfach (gefühlt senkrecht) nach oben und das bei strahlendem Sonnenschein…definitiv mein persönlicher Tiefpunkt der Tour 😀 Joana zog einfach durch und wartete oben auf uns. Ich musste etwas langsamer machen und schaffte es mit langsamen Schritten und kleinen Pausen wieder aufs Seefelder Joch. Die Erleichterung war dann groß, denn nun war definitiv der letzte Anstieg geschafft!

Ab jetzt ging es nur noch bergab zurück zum Campingplatz. Zuerst ging es auf dem Anstiegsweg von vorhin wieder zurück. Auf diesem schmalen Pfad machte das bergab gehen richtig Spaß und wir kamen sehr zügig voran. Irgendwann wurde der Weg dann zu einem breiten Forstweg. Das war für den Abstieg aber wirklich perfekt. Man muss sich nicht mehr konzentrieren, sondern kann sich richtig schön auslaufen und den Ausblick genießen. Wir waren alle noch richtig beschwingt und bester Laune. Nur das Wasser war uns langsam ausgegangen. Aber zum Glück fanden wir weiter unten dann wieder reichlich Wasser. Unten angelangt erreichten wir dann die Eisenbahnschienen. Hier befand sich der letzte Checkpoint. Von nun an ging es nur noch eben an den Gleisen entlang. Als Ausklang für die Tour wirklich ideal. Wir konnten so die letzten 6 oder 7 km sehr zügig ein etwas über einer Stunde hinter uns bringen und schließlich erreichten wir bestens gelaunt und glücklich den Campingplatz. Nach etwas über 12 Stunden im Ziel!

Im Ziel angekommen versorgten wir natürlich erst einmal die Hunde. Dann gönnten wir uns eine wohlverdiente Dusche. Und im Anschluss kochte ich noch unser Essen und wir tauschten mit den anderen noch die Erlebnisse des Tages aus. Im Camp wurde auch noch ein wirklich gemütlicher Pavillon aufgebaut und ich gesellte mich vor dem Schlafengehen noch zu den anderen Teilnehmern und lauschte ganz gespannt den Erzählungen des Tages. In der Dunkelheit kamen dann auch noch die letzten Teilnehmer vom Hike und dem Trekking zurück. Nun waren wieder alle wohlbehalten zurück.

+++ Hier findet ihr das Video zur Tour +++

Ausklingen am Sonntag

In der Nacht schliefen die Hunde und ich besonders gut. Erst als die Sonne aufging wurde ich langsam wach. Da die Hunde aber noch keine Anstalten machten aufzustehen gönnten wir uns noch ein wenig Ruhe. Solange bis der Hunger groß war und ich unbedingt Frühstück machen wollte. Wir ließen also den Tag ganz gemütlich starten. Pünktlich um 10 Uhr rief Maria dann zur Siegerehrung. In unserer Kategorie, der Tour, hatten Joana und ich sogar den ersten Platz ergattert. Dafür gab es einen Hundewanderführer. Was mich natürlich riesig gefreut hat. Den kann ich definitiv gebrauchen 🙂

Langsam bauten alle ab. Petra und ich hatten aber nichts weiter vor und ließen es langsam angehen. Nachdem wir irgendwann gegen Mittag alles gepackt hatten meldete sich schon wieder der Hunger. Also ging es nochmal am Campingplatz zum Essen. Dort gab es die besten Wedges, die ich je gegessen habe! Im Anschluss noch alle verabschiedet und dann ging es auch für uns auf dem Heimweg.

Danke Maria für dieses tolle Event! Es war ein wirklich schönes Wochenende. Wir sind definitiv wieder dabei 🙂

+++ Folge uns auf Instagram, Facebook und YouTube +++

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s