Der Schinder – Ist der Name Programm?

Anspruchsvoller Wanderspaß für Geübte

Warst du schon einmal auf dem Schinder im Mangfallgebirge? Nein? Interessanterweise kenne ich selbst niemanden im Bekanntenkreis oder der Familie, der diesen Berg schon einmal bestiegen hat. Dabei stand diese Tour schon seit ein paar Monaten auf meiner Wunschliste. Ganz bewusst hatte ich nach einer schweren, anspruchsvollen Tour in der Tegernseer Gegend gesucht. Blöderweise konnte mir nun niemand sagen ob das mit Hund machbar ist oder nicht. Aber einfach mal machen lautet ja mein Motto, umkehren kann man immer noch 🙂 Zum Glück ist die Joana mit ihrer Bounty auch für jeden Spaß zu haben und so kamen die beiden mit auf Tour. Und wir wurden definitiv belohnt! Diese Tour ist für Geübte Wanderer der absolute Hammer!

Ausgangspunkt ist der Parkplatz beim Forsthaus Valepp:

Wichtig: Bitte nicht direkt am Forsthaus parken, denn der Parkplatz ist für die Gäste bestimmt. Der Wanderparkplatz befindet sich einige hundert Meter davor. Also notfalls wieder ein Stück zurück fahren. Schon die Anfahrt zum Parkplatz ist sehr schön. Denn diesen erreicht man nur über eine Mautstraße. Bis Valepp kostet diese 5€.

Beim Parkplatz folgt man den Schildern zum Schinder. Im Gegensatz zu vielen anderen Tourenbeschreibungen oder Wanderführern empfehle ich diese Tour über das Kar und das Schindertor im Aufstieg zu begehen! Den Abstieg durch das rutschige Kar und die Kletterstellen möchte ich wirklich nicht freiwillig machen. Kletterstellen sind im Aufstieg dann doch einfach wesentlich leichter zu begehen. Aus diesem Grund folgt man kurz dem Weg auf der Anfahrtsstraße zurück, den Schildern „Schinder (über Schlagalm)“.

Über die schöne Alm steigt man nun durch einen schönen Weg auf. Die Wege sind hier schon wunderschön. Kleine Trampelpfade und recht schnell blickt man auf das imposante Schinderkar. Nach einiger Zeit lichtet sich der Wald und man gelangt in den Karboden. Der Schinder liegt nun direkt vor einem und der Anblick ist wirklich beeindruckend. Noch fragt man sich, wie man diesen Gipfel überhaupt besteigen kann 🙂

Hier wird es nun schnell steiler und der Aufstieg über den Steig mit viel Schutt ist ziemlich anstrengend. Wichtig ist die Wegmarkierung mit den rot-weißen Punkten immer im Blick zu haben. Beim konzentrierten Gehen kommt man schnell einmal vom Weg ab.

Im Kar sollte man nun nicht den „Abfahrtsspuren“ im Schutt folgen, sondern weiter auf dem gut begehbaren Steig bleiben, der am Grünstreifen nach oben führt. Hier geht es sich einfach wesentlich leichter. Mit einem schrillen Pfeifen hat uns hier auch gleich eine Gams begrüßt. Einfach immer wieder beeindruckend wie leichtfüßig sich die Gämse in diesem schwierigen Gelände bewegen.

Fast oben angelangt sieht man nun das Schindertor vor sich. Ein kleiner Felsdurchschlupf den es zu besteigen gilt. Davor muss man allerdings das nun sehr steile Kar noch queren. Diese Stelle ist etwas kniffelig, da man keinerlei Halt findet. Also aufpassen 🙂

Das Schindertor war der Knackpunkt der Tour und deswegen war ich nicht 100%ig  sicher ob das mit Hund machbar ist. Der kurze Felstunnel muss nämlich über Eisenstifte und Seile bestiegen werden. Eigentlich kein Problem für die Hunde, aber man steht hier erst vor einer 3 m hohen Felswand, die senkrecht nach oben geht. Die Hunde haben fast keine Möglichkeit alleine hoch zu kommen. Zuerst wollte ich Jumper selbst beim Aufsteigen nach oben heben. Aber leider war der unterste Eisenstift verbogen, sodass ich keine Kraft aufbauen konnte um ihn nach oben zu heben. Plan A war also nicht….also zu Plan B. Ich kletter vor und Joana reicht mir die Hunde einzeln nach oben. Zu diesem Zweck hatte ich extra die Webmaster Geschirre von Ruffwear mit eingepackt. Die sind für solche Situationen einfach Gold wert! Und mit dieser Technik hat es dann auch super funktioniert. Durch hundertprozentiges Vertrauen zwischen Mensch und Hund ist fast alles machbar ❤

Was für ein Glücksgefühl als wir diese Stelle gemeistert hatten! Nun ging es bis zum Gratrücken noch ein kurzes Stück über seilversicherte Stellen nach oben. Ab hier ist für geübte Hunde aber alles sehr gut machbar. Oben angekommen erwartete uns ein wirklich grandioser Rundumblick! Ein kleines Päuschen hatten wir uns jetzt alle verdient. Der schwierigste Teil der Tour war gemeistert. Hier wurden wir auch gleich von anderen Wanderern gefragt ob unsere Hunde „speziell ausgebildete Kletterhunde“ sind 😀

Der Schinder teilt sich eigentlich in den bayerischen und den österreichischen Schinder. Am Gratrücken angekommen würde es rechts zum bayerischen Schinder gehen. Gerne kann man den auch einfach noch mit dazu nehmen. Wir sind hier links abgebogen um den österreichischen Schinder zu besteigen. Durch schöne Latschen hindurch und mit grandiosen Ausblicken geht es nun zum Gipfel. Auf dem Weg dahin erwartet einen noch einmal eine kurze Kraxelstelle. Aber die ist locker zu meistern.

Am Gipfel angekommen haben wir eine schöne Pause gemacht und den Ausblick genossen.  Das leicht bewölkte Wetter tat ganz gut bei den warmen Temperaturen. Und ich war froh, dass wir schon früh los gegangen sind. Nichts los und die Temperaturen erträglich.

Für den Abstieg geht es auf der anderen Seite des Gipfels nach unten. Ab hier ist der Abstieg durch die Latschen sehr angenehm. Bald erreicht man die Trausnitzalm. Hier zeigt nun ein Schild Richtung Valepp rechts in den Wald hinein. Diesem Weg folgt man um wieder zum Ausgangspunkt zurück zu kommen. Der Abstieg durch den Wald ist wirklich wunderschön. Tolle Wege und immer wieder kann man einen schönen Ausblick erhaschen. Relativ weit unten kommt noch eine kurze Schlüsselstelle. Über ein sehr rutschiges Stück muss ein Bach gequert werden. Durch eine Drahtseilversicherung wurde diese Stelle aber entschärft und man kommt bequem auf die andere Seite. Irgendwann erblickt man nun wieder das Forsthaus. Am Ende geht es dann wieder ein kurzes Stück über die asphaltiere Mautstraße zum Parkplatz zurück.

Fazit:

Im Vergleich zu den meisten anderen bayerischen Voralpentouren ist die Tour auf den Schinder wohl eine der anspruchsvollsten. Aber genau das macht ihren Reiz aus. Für geübte Bergwanderer, die in der Tegernseer Gegend eine Herausforderung suchen, ist die Tour wirklich sehr zu empfehlen! Auch mit Hund ist die Tour machbar. Vorausgesetzt die Hunde sind ebenfalls geübt und kommandosicher. Außerdem sollte man mindestens zu zweit sein. Anders ist das Schindertor mit Hund wohl nicht zu machen. Außerdem empfehle ich unbedingt zusätzlich ein Sicherheitsgeschirr wie das Webmaster von Ruffwear mit dabei zu haben. Damit lässt sich der Hund gut sichern und durch das Schindertor führen. Und ja, ein wenig schinden muss man sich schon, aber genau das macht ja riesig Spaß und der Ausblick lohnt sich wirklich 🙂 Von daher gehört der Schinder nun zu meinen absoluten Lieblingstouren!

Wer genau wissen will was einem auf dieser Tour erwartet, sollte sich das Video zur Tour nicht entgehen lassen :

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