Wandern mit Hund in Osttirol – Teil 1

Mein kleiner „Geheimtipp“

Osttirol? Wo ist denn das?? Von Südtirol hat wahrscheinlich schon jeder einmal etwas gehört oder war mindestens einmal dort. Aber Osttirol? Das sagte mir bis zu unserem Urlaub auch nicht viel. Und bis dahin wusste ich auch noch nicht was mir entgangen war 😉

Im Frühjahr brauchte ich einmal eine kleine Auszeit für mich. Umso dankbarer war ich, als mir aus dem Bekanntenkreis angeboten wurde, einige Tage in einem kleinen Haus/ Hütte in Osttirol zu verbringen. Was gibt es Schöneres? Ende Mai ergab sich für mich der passende Zeitpunkt. Ganz alleine war ich nicht, denn endlich konnte ich einmal wieder mit meiner Mama in den Urlaub fahren. So ein Mutter-Tochter-Urlaub hatte bei uns früher Tradition, deswegen war es richtig toll einmal wieder gemeinsam „loszuziehen“. Leider würde sie uns nicht auf unseren Touren begleiten können, denn sie hatte Anfang des Jahres einen schweren Skiunfall…Als Reiseleiterin für Wandern und Trekking der absolute Horror! Aber trotzdem den Bergen so nah zu sein, würde toll sein und der Genesung sicher auf die Sprünge helfen.

So ging es also für 8 Tage nach Iselsberg bei Lienz. In dieser Ecke Österreichs bin ich bisher noch überhaupt nicht gewesen. Umso mehr freute ich mich und war gespannt was uns erwarten würde.

Schon die Anfahrt war ein wahrer Traum. Sobald wir in Österreich waren wurde die Gegend schöner und schöner. Ich konnte mich überhaupt nicht satt sehen. Schwer, sich da noch auf das Auto fahren zu konzentrieren ;D Besonders bei der Ankunft in Lienz bot sich ein wirklich beeindruckender Blick auf die Lienzer Dolomiten! Noch schöner wurde es, als wir auf dem Weg nach Iselsberg noch einiges an Höhe machten und so einen immer besseren Blick auf die Dolomiten bekamen.

Nach einigen Stunden und mehreren 100 km Fahrt kamen wir schließlich an. Das kleine Häuschen war einfach nur wunderschön. Freier Blick auf die Lienzer Dolomiten und kein anderer Mensch weit und breit 😀

Am nächsten Tag wollten wir erst einmal die Umgebung erkunden. Also ging es auf einen sehr ausgedehnten Spaziergang. Einfach genial, wenn man von der Haustür aus direkt auf einem Wanderweg landet. Wir gingen immer den Lienzer Dolomiten entgegen, denn am Ende des Weges sollte man eine noch bessere Aussicht haben. Und so war es auch! Die Gegend ist einfach wunderschön, das Wetter war traumhaft und ich freute mich schon, ein paar der Gipfel um uns herum in den nächsten Tagen genauer betrachten zu können.

Den Rest des Tages verbrachten wir noch schön gemütlich. Endlich mal wieder Zeit für Mutter-Tochter-Gespräche 🙂 Und am Abend hatte ich meine kleine Prämiere: Kochen mit dem Holzofen! Das hat irgendwie etwas ganz Besonderes an sich. Da merkt man einmal wieder wie wenig man eigentlich zum Leben braucht. Ich sollte auf jeden Fall Gefallen in den kommenden Tagen daran finden.

Am nächsten Tag sollte es für mich und die Hunde endlich auf Tour gehen. Auf einer Wanderkarte der Umgebung hatte ich mir eine passende Tour herausgesucht.

„Schwarzkofelrundwanderweg, mittelschwere Wanderung für Trittsichere“. Das hört sich doch ganz gut an, dachte ich. (Später sollte sich herausstellen, dass „Für Trittsichere“ auch wirklich ernst gemeint war 😀 ) Ausgangspunkt sollte der Parkplatz Abzweigung Roaner- und Winklerner Hütte sein. Bevor es losging musste ich noch einen kleinen Umweg machen, denn typischerweise hatte ich kein Kleingeld mehr dabei. Um zum Parkplatz zu kommen, musste aber eine kleine Maut bezahlt werden. Immerhin wurde ich in einem kleinen Geschäft um die Ecke fündig. Meine Mama kannte den Weg zum Parkplatz schon und meinte ich solle mich nicht wundern, der Weg wäre etwas abenteuerlich. „Etwas“ war dann leicht untertrieben 😀

Iselsberg selbst liegt ja schon auf über 1.100 m und es sollte noch einige Höhenmeter zum erwähnten Parkplatz nach oben gehen. Bis zur Mautstelle war der Weg auch noch befestigt. Danach wurde es dann aber wirklich abenteuerlich. Unbefestigter, schmaler Weg, im Zickzack den Berg hinauf. Man war ich froh über meinen Dacia Duster mit Allrad! Aber immerhin konnte ich den Allradantrieb endlich einmal wirklich testen und mit der Zeit machte es richtig Spaß 😀

Mit einem kleinen Umweg fand ich dann auch den Parkplatz. Ich war die Erste, also wusste ich gar nicht, ob das denn jetzt auch der Parkplatz war…naja wird schon passen 🙂

Los ging es bei traumhaften Wetter (und hohen Temperaturen) Richtung Schwarzkofelsee. Der Ausblick war jetzt schon atemberaubend schön!

Als wir an der Roaner Alm vorbei waren und einige Meter hinter uns gebracht haben, ging es steil bergauf. Aber die Anstrengung konnte ich leicht vergessen, denn es bot sich uns ein gigantischer Ausblick. Der Schwarzkofelsee (unser erstes Ziel der Tour) liegt nämlich auf 2.436 m. Die Umgebung wurde also immer karger und schroffer, je höher wir kamen. Ich selbst kannte bisher eher unsere Berge rund um Tegernsee und Co. mit vielen Wäldern und grünen Almen. So hoch war ich bis dahin noch nie, deswegen beeindruckte mich dieser Anblick umso mehr.

Und nun kam dann auch der Teil, der tatsächlich nur für Trittsichere geeignet ist. Zuerst dachte ich, dass kann doch nicht der Weg sein. Bisher waren wir auf unserem Weg auch noch keiner Menschenseele begegnet. Aber in Österreich sind immerhin die Wanderwege sehr gut ausgeschildert, somit ließ sich „der Weg“ dann doch ganz gut an den rot-weißen Markierungen auf den Steinen erkennen. Der Weg ging jetzt nämlich nur noch quer über große Steine und Felsen inkl. Klettereinlage.

Hier begegnete ich dann auch einem Pärchen, der Weg war also richtig 😀 Dieser Teil wurde für die Hunde richtig heftig. Die Steine und Felsen waren nämlich sehr wackelig, zwischendrin gab es große Löcher und Spalten. Trittsicherheit war hier also absolut gefragt! Unser Training mit Wackelkissen, Peanut-Ball und Cavaletti daheim machte sich jetzt bezahlt. Vor allem Mila hatte mit ihrem jungen Alter davor noch wenig Erfahrung und teilweise Probleme mit dem Gleichgewicht und der Trittsicherheit. Hier war sie jetzt aber richtig selbstbewusst und wurde zu einer kleinen Bergziege 😀 Jumper fand das ab und an dann doch etwas gruselig. Klettern liebt er, aber diese dunklen Spalten und Höhlen waren ihm dann nicht geheuer. Zum Glück hatte ich das Ruffwear Webmaster Geschirr dabei. Das bekam er über das Zuggeschirr angezogen und so konnte ich ihn bei Bedarf unterstützen. Das Pärchen staunte nicht schlecht über meine beiden Kletter-Hunde 🙂 Eine gefühlte Ewigkeit ging es so weiter bis wir dann endlich den Schwarzkofelsee erreichten. Auf  2.436 m war der See auch jetzt Ende Mai und trotz hochsommerlicher Temperaturen noch gefroren. Ein wunderschöner Anblick! Eine Pause hatten wir uns jetzt wirklich verdient.

Wieder etwas erholt ging es für uns weiter. Wir waren jetzt schon einige Stunden unterwegs und ich wusste nicht wie lange wir noch zum Gipfel hatten. Immer einem Grat entlang ging es Richtung Strasskopf. Zwischenzeitlich hatte ich dann doch einmal kurz etwas Bammel (so ganz alleine und in komplett unbekannter Gegend), da es immer später wurde und der Gipfel immer noch nicht in Sicht war. Also einen Zahn zugelegt und irgendwann kamen wir dann auch am Strasskopf an 🙂

Noch einmal den Ausblick genossen und dann ging es für uns wieder abwärts. Es stellte sich heraus, dass es vom Strasskopf aus nicht mehr wirklich weit zurück zum Parkplatz war. Naja hinterher ist man eben immer schlauer. Beim Abstieg überholten wir dann auch noch das Pärchen von zuvor. Sie waren froh uns zu sehen, denn sie dachten nicht, dass die Hunde das schaffen würden 😀 Als ich ihnen erklärte, woher ich komme und dass wir alle bergerfahren sind, waren sie beruhigt. Sie konnten kaum glauben, was die Hunde geleistet haben. Ich selbst war auch richtig stolz, denn wir waren mittlerweile zu einem noch besseren Team zusammengewachsen ❤

Glücklich und zufrieden kamen wir abends wieder „Zu Hause“ an. Und ich muss sagen, das war meine bisherige absolute Lieblingstour! Die Landschaft war einfach gewaltig, es gab die richtige Portion „Klettern“ und bis auf das Pärchen haben wir keine anderen Wanderer getroffen. Ein Traum! Hier findet ihr auch noch ein Video zu dieser Tour:

Ich kann diese Gegend nur jedem wärmstens empfehlen! Die Landschaft ist ein Traum zum Wandern und der absolute Vorteil liegt darin, dass es lange noch nicht so bekannt und überlaufen ist. Wer also seine Ruhe sucht und einfach nur die Berge und die Natur genießen will, ist hier absolut richtig!

Im nächsten Teil berichte ich von unseren anderen Erlebnissen und tollen Touren in Osttirol 🙂

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2 Kommentare zu „Wandern mit Hund in Osttirol – Teil 1

  1. Was für ’ne tolle Tour! Da hat sich der Aufstieg wirklich gelohnt!
    Ich habe Dir ja schon bei Fb erzählt, dass wir auch bald in Osttirol sind, allerdings in den Schulferien.
    Hoffentlich finden wir dann ebenfalls so einsame Gegenden!
    Liebe Grüße
    Carolin

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    1. Ja, das hat sich wirklich gelohnt! Ich bin schon sehr gespannt wie es euch gefällt! Ich freue mich auf Deinen Bericht. Dann kann ich mir bestimmt noch den ein oder anderen Touren-Tipp holen. Denn in der Gegend war ich bestimmt nicht das letzte Mal 😊
      Liebe Grüße
      Jenny

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